Fragen an "Tukan" im Zusammenhang mit der MKS
(Alle unsere Antworten sind sorgfältig recherchiert, eine Gewähr für die Angaben kann jedoch nicht übernommen werden. Die letzte Veränderung erfolgte am Donnerstag, 05.04.2001 12:52)
Die zuletzt hinzugekommenen Fragen stehen unten

Wir freuen uns nicht nur über Fragen, sondern auch über Beiträge und Hinweise zum Thema! Hier noch 'mal die e-mail-Adresse: tukan@netrex.de

Wie ist es möglich, daß MKS über weite Strecken (durchaus 100 km) übertragen werden kann?

Wie "offiziell ist diese Site, ist "Tukan" ein Regierungsprojekt?

Was ist so gefährlich an der MKS?

Welche Tiere sind durch MKS gefährdet, auch Hunde?

Was muß man beachten, wenn man nach England oder Irland fliegen will?

Werden Pferdetransporte bzw. Reitturniere verboten?

Reicht das Waschen der Kleidung als Desinfektionsmaßnahme?

Warum ist der Schnelltest nicht ausreichend für eine sichere Aussage?

Kann MKS durch Vögel verbreitet werden?

Warum ist MKS heute gefährlicher als früher?

Könnte MKS der biologischen Kriegsführung dienen?

Kann man gegen die Maul- und Klauenseuche nicht impfen?

Sind die Massentötungen überhaupt wirtschaftlich vertretbar?

Wo kommt MKS regelmäßig vor?

Darf man - z.B. in den Campingurlaub über Ostern - Lebensmittel mitnehmen?

Sind Lamas u.ä. Tiere von MKS betroffen?

Warum eigentlich diese MKS-Panik?

Was ist mit unserem Osterurlaub?

Welche Maßnahmen gelten für Pferdehalter?

Worin bestehen die wirtschaftlichen Schäden der MKS?

Werden auch Zootiere getötet, falls die Seuche ausbricht?

 

Wie ist es möglich, daß MKS über weite Strecken (durchaus 100 km) übertragen werden kann?

Das (oder "der Virus", beides ist richtig) Virus ist sehr widerstandsfähig. Es wird mit aufsteigenden Luftströmungen verwirbelt und kann bei nordwestlichen bzw. westlichen Winden ohne weiteres von England aufs Festland übertragen werden. Bei den bisher vorherrschenden (kalten) östlichen Winden werden die Erreger in den Atlantik, schlechterenfalls in die Republik Irland geblasen.*

Damit es allerdings zu einem Ausbruch der Seuche kommt, muß auch eine bestimmte Menge an Viren zur Verfügung stehen. Die Schafe in Deutschland, bei denen man Antikörper nachgewiesen hat, zeigen ja deutlich, daß der Kontakt mit dem Erreger nicht zwingend zum Ausbruch der Krankheit führt.


* Selbst weniger kleine Partikel, als es Viren sind, können in genügender Höhe über unglaublich weite Strecken durch die Atmosphäre getragen werden: Bekannt sind die Fälle von Sahara-Sand über Süddeutschland und - bei anderen Windrichtungen - auf den kanarischen Inseln. Vulkanasche wird ebenfalls regelmäßig weit verwirbelt; geradezu legendär sind die Aschepartikel bei Ausbruch des Krakatau, die mehrmals die ganze Erde umkreisten.
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Wie "offiziell" ist diese Site; ist "Tukan" ein Regierungsprojekt?

Nein, dieses Projekt von Tukan-Webdesign ist eine völlig private Initiative. Unser Vorschlag einer Zusammenarbeit ist bisher weder von der Bundesregierung noch anderen (untergeordneten) Regierungsorganen beantwortet worden. Wir gehen davon aus, daß man dort etwas länger braucht, das zu entscheiden. Mehr über "Tukan"
Allerdings dienen uns natürlich auch die regierungsamtlichen Erklärungen als Informationsquelle.
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Ist die Maul-und Klauenseuche gefährlich für den Menschen?

Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Krankheit auf den Menschen übertragbar durch Kontakt oder durch den Genuss roher Milch. Erkrankungen sind sehr selten und wenn, dann nur mit örtlichen Rötungserscheinungen im Mund und an den Händen.

Die Erhitzung des (möglicherweise) infizierten Fleisches auf ca. 90°C soll die Erreger schon nach 15 - 20 Sekunden abtöten.

Die Gefahr besteht mehr im wirtschaftlichen Schaden, nämlich dem erheblichen Leistungsabfall der Tiere in Verbindung mit der schnellen Ausbreitung der Seuche. Würde man nicht radikal gegen die Krankheit vorgehen, wären möglicherweise bald alle Tiere betroffen.

Dabei ist das Hauptproblem der sog. "Tiertourismus" - ein Begriff, den wir eigentlich für ziemlich zynisch halten, weil es für die Tiere sicherlich kein Spaß ist, tagelang unter erbärmlichen Bedingungen durch Europa gefahren zu werden. Kranke Tiere können somit in kürzester Zeit weit vom eigentlichen Seuchenherd entfernte Tiere anstecken. Bei der heute in der EU vorherrschenden industriellen Massentierhaltung sind die Schäden also ungleich katastrophaler als bei einer regional ausgerichteten, etwas artgerechteren Haltung. So kommt die MKS in vielen anderen Ländern vor, ohne daß es dort zu einer derartigen Ausbreitung kommen kann, wie in der EU.
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Welche Tiere sind durch MKS gefährdet, auch Hunde?

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Krankheit der sog. Klauentiere. Betroffen sind also alle Paarhufer, zum Beispiel Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Wild ( nicht aber Pferde, sie sind keine Paarhufer). Das sehr widerstandfähge Virus kann aber durch andere Lebewesen - auch den Menschen, Hunde und Vögel - auf Klauentiere übertragen werden. Kaltes und feuchtes Wetter begünstigt übrigens die Verbreitung der Viren.
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Was muß man beachten, wenn man nach England oder Irland fliegen will?

Eigentlich nichts besonderes. Sie dürfen auf dem Heimflug wahrscheinlich keinerlei Lebensmittel mitbringen und müssen - wer weiß, wie sich die Seuche entwickelt - mit Desinfektions-Maßnahmen rechnen. Eine Gefahr für Leib und Leben der Menschen besteht nicht. (siehe Frage 3). Im übrigen verweisen wir auf das Infoblatt der Bundesregierung.
Wegen der Möglichkeiten einer schnellen Änderung der Lage empfehlen wir Ihnen, sich rechtzeitig Telefon-Nummern z.B. von jeweiligen Flughafen zu notieren. Viele Flughäfen erreichen Sie über diesen Link.
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Werden Pferdetransporte bzw. Reitturniere verboten?

Es ist z.Zt. (12.3.01) nicht geplant, Pferdetransporte zu verbieten. Auch sonstige Einschränkungen sind für Pferdefreunde nach dem jetzigen Stand nicht zu erwarten. Auszuschließen sind aber selbst derart weitgehende Verkehrseinschränkungen nicht; selbst die Sperrung ganzer Landstriche inkl. Autobahnen etc. ist vorstellbar.
Allerdings: Die Auflagen für Reitturniere u.ä. sind zumindest in Teilen Norddeutschlands streng. So dürfen nur Tiere teilnehmen, die aus Beständen kommen, in denen seit mindestens 7 Tagen keinerlei Kontakt zu Klauentieren bestanden hat. Dies ist bei großen internationalen Veranstaltungen eher möglich, als bei Veranstaltungen im ländlichen Raum, bei denen die Tiere meistens aus Tierhaltungen kommen, in denen auch Rinder, Ziegen, Schafe oder Schweine gehalten werden. Deshalb werden z.Zt. auch sehr viele Pferde-Veranstaltungen abgesagt (Viehmärkte sind ja - s.o. - bis mindestens zum 27.3.01 sowieso nicht möglich) Bitte erkundigen Sie sich beim jeweiligen Veranstalter. (Wir sind bereit, abgesagte Veranstaltungen hier aufzulisten, dazu bitten wir aber alle Besucher unserer Site um Mithilfe, sonst ist das von uns nicht seriös zu leisten.)
Pferde sind nicht direkt von der Seuche bedroht, können aber natürlich Überträger sein, wie auch Hunde und Menschen (s.o.) Auch Reitturniere sind deshalb (noch?) nicht von Sperrmaßnahmen betroffen. In England soll aber in den betroffenen Gebieten auch auf Spaziergänge verzichtet werden (in direkten Sperrgebieten ist es sowieso nicht erlaubt), das gilt dann natürlich auch für Pferde.
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Reicht das Waschen der Kleidung als Desinfektionsmaßnahme?

Jein. Die normalen Wasch-Temperaturen für Oberbekleidung tun den Viren nichts an. Temperaturen von 60°C reichen nicht sicher für eine Desinfektion, erst bei 72°C dürfte eine ausreichende Abtötung der Viren gewährleistet sein.
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Warum ist der Schnelltest nicht ausreichend für eine sichere Aussage?

Beim "ELISE"-Schnelltest wird festgestellt, ob das betroffene Tier Antikörper bzw. Antigene gebildet hat. Das würde bedeuten, daß der Körper sich mit der Krankheit auseinandergesetzt hat, das Tier z.B. unerkannt erkrankt und wieder genesen war.
Ist der Schnelltest negativ (d.h. es werden keine Antigene festgestellt), heißt das also nur, daß das Tier nicht schon lange krank ist. Ist er positiv, heißt das übrigens auch "nur", daß Antikörper bzw. Antigene vorhanden sind. Der Tierkörper hatte also irgendwann 'mal Kontakt mit MKS-Viren. Über den aktuellen Virenbefall sagt auch dann erst die genaue Untersuchung etwas aus.

Eine sichere Aussage läßt sich also erst machen, wenn die Kultivierung / Anzucht der möglicherweise vorhandenen Viren im Labortest das aktuelle Vorhandensein der Viren bestätigt.

Der ELISE-Test ist kein spezieller MKS-Test, man kann die englische Abkürzung frei übersetzen mit "Enzymgekoppelter Immuntest" (Enzyme Linked Immunous Sorbent Essay), das Verfahren dient auch sonst dem Nachweis von Antikörpern bzw. Antigenen.
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Kann MKS durch Vögel verbreitet werden?

Ja. Die Gefahr, daß die Maul- und Klauenseuche durch den derzeitigen Vogelzug aus Frankreich hier nach Deutschland getragen wird, halten wir aber für eher gering, obwohl vorhanden: Der Vogelzug ist keine Erscheinung vom März 2001. MKS tritt in Afrika und auch in der Türkei regelmäßig auf und regelmäßig kommen Zugvögel von dort her. Trotzdem gab es seit Ende der 80er Jahre keinen (bekanntgewordenen) MKS - Fall mehr in Deutschland. Die Vorsichtsmaßnahmen sind also durchaus angebracht, denn jeder Liter rohe (!) Milch, jedes Stück rohes (!) Fleisch, jeder ungekochte Autoreifen (soll heißen: alles, was nicht erhitzt wurde) und natürlich auch jeder Vogel kann Virusträger sein. Vorsicht ist also gut, Hysterie bringt nichts.
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Warum ist MKS heute gefährlicher als früher?

Hier müssen zunächst zwei verschiedene Aspekte hinterfragt werden:

  • Die Krankheit ist so bes. heimtückisch, weil das Virus sich sehr schnell wandelt, neue - gegen vorliegende Impfstoffe evtl. resistente (also gegen die Impfstoffe unempfindliche) Formen hervorbringt und Impfungen (die grundsätzlich möglich sind) möglicherweise nicht anschlagen, wenn' denn wirklich "brennt". Im übrigen ist die Impfung recht teuer, so daß man heute nicht vorbeugend impft, sondern im Falle eines Ausbruchs der Seuche "Ringimpfungen" durchführt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. (Zu den Impfungen s.a. Frage 12)
  • Die Hauptgefahr aber liegt in der heute wesentlich schnelleren Ausbreitung der Krankheit: In Ländern mit einer naturnäheren Tierhaltung* (kleinere Bestände auf mehr Fläche) ist die Ansteckungsgefahr erheblich geringer als in Mitteleuropa mit seinen heute gewaltigen Tierkonzentrationen. Mehrere hundert Tiere auf Spaltenböden in einem Stall - das ist ein Paradies für MKS - Viren! Tiertransporte von Holland und Dänemark durch Deutschland und Österreich bis nach Südeuropa in 2 Tagen (und immer noch zu lange für die Tiere!) - da brauchen die Viren nicht sehr reiselustig zu sein, um sich zu verbreiten. Und das alles nur, damit findige Vieh-Händler EU-Subventionen kassieren, nicht etwa, um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Verbreitung der MKS ist damit ganz wesentlich ein politisches Problem.
    * diese "naturnähere Tierhaltung" ist allerdings eher von Armut diktiert und keineswegs der Einsicht in die ökologischen Zusammenhänge geschuldet.

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Könnte MKS der biologischen Kriegsführung dienen?

Ja, aber das ist ein Thema, bei dem wir merken, daß ganz schön "gemauert" wird und auch die Literaturlage ist wohl etwas "dünn". Immerhin sind biologische Waffen seit dem Ende des Vietnam-Kriegs nicht mehr sonderlich "in". Einiges wird aber schon deutlich:

  • Der Einsatz von MKS-Viren als B-Waffe ist natürlich nur mittelbar vorstellbar: Es wird ja nicht der Mensch (der "Feind") vernichtet, sondern seine Lebensgrundlagen / Ernährung.
  • Wegen seiner Aggressivität / schnellen Verbreitung ist das MKS-Virus außerordentlich geeignet, um zur Destabilisierung eines Landes beizutragen.
    Uns liegen zuverlässige Berichte vor, nach denen z.B. die Seuche gezielt in die (damals erst in der Gründung stehenden) Produktionsgenossenschaften der damaligen sowjetisch besetzten Zone (die spätere DDR und heutigen "neuen Länder") eingeschleppt worden ist: Die entstehenden Versorgungsprobleme (das war direkt nach dem Krieg!) sollten wohl zur Destabilisierung führen und gleichzeitig beweisen, daß das mit den Produktionsgenossenschaften nicht funktioniert. (Wie das geht, ist leicht nachvollziehbar; wir merken ja jetzt selbst, daß ein infiziertes Tier, ein Mensch, der die Viren an sich trägt, die Verfütterung von Speiseabfällen (Schweine!) innerhalb kürzester Zeit den ganzen Bestand erfassen kann.
    Auch aus anderen Ländern existieren solche Berichte über scheinbar "zufällige" Seuchenzüge (z.B. Naher Osten, Irak etc.) Wir versuchen mit wachsendem Interesse, uns in die Literatur einzulesen (leider liegt uns wenig auf Deutsch vor) und werden das an dieser Stelle auch veröffentlichen. Für Berichte und Anregungen sind wir dankbar.
  • Die Herkunft der Erreger ist kaum nachzuweisen, auch das macht MKS sehr "geeignet" für die biologische Kriegsführung.

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Kann man gegen die Maul- und Klauenseuche nicht impfen?

Doch, diese Frage wird z.Zt. gerade wieder stärker diskutiert. Es spricht aber einiges dagegen: Fakt ist, daß die EU die Impfungen vor etwa 10 Jahren verboten hat. Der Grund ist (natürlich!?) wirtschaftlicher Natur: In vielen Ländern ist die Einfuhr von Tieren, die gegen MKS geimpft sind, verboten. Die EU würde also wichtige Absatzmärkte verlieren.
Impfung bedeutet ja, die Tiere mit abgeschwächten Erregern zu infizieren. Die Tiere würden diese (leichte) Erkrankung überstehen und Antikörper bilden. Aber: Sie können das Virus dann unerkannt in sich tragen. (Der ELISE-Schnelltest beruht ja auch darauf zu prüfen, ob Antikörper / Antigene vorliegen.) Wir stellen uns aber auch die Frage, ob es überhaupt machbar ist, so viele Millionen Tiere zu impfen: In Deutschland gibt es - einem Abkommen der Herstellerfirma mit der Regierung entsprechend - jederzeit einen Lagerbestand für 100.000 Impfungen - bei weitem noch nicht ausreichend für 1% des Gesamt - Tierbestands! (s. zu dem Komplex auch Frage 10)
Ergänzende Bemerkung: Mittlerweile - also Anfang April 2001) liegen größere Mengen Impfstoff bereit - unserer Information nach 1,5 Mio Einheiten.
Es wird wohl trotzdem keine Massen-Impfung geben, sie wäre aber wesentlich unproblematischer, wenn es gegen MKS schon serienreife sog. "Marker-Impfstoffe" , also markierende Impfstoffe gäbe, bei denen man immer feststellen kann, ob die Antikörper im Blut der Tiere durch die Impfung oder durch eine unkontrollierte Infektion entstanden sind.
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Sind die Massentötungen überhaupt wirtschaftlich vertretbar?

Diese Frage trauen wir uns nicht seriös zu beantworten. Aber einige Fakten können wir nennen:

  • Die Mortalitätsrate der erkrankten Tiere liegt wohl bei etwa 3 - 4 %, d.h. 96 - 97 % der erkrankten Tiere werden wieder gesund - und können dann den Erreger unkontrollierbar weitertragen. Wenn also ein Bestand von (angenommen) 10 Millionen Tieren erkranken würde, wären das etwa 300.000 - 400.000 Tiere, die daran sterben würden. Nicht gerade wenig. Aber 250.000 schon "freiwillig" getötete Schafe in England sind auch eine ganze Menge - und es sieht nicht so aus, als habe man dadurch etwas erreicht. Letztlich scheint es sich ziemlich auf die Frage zu reduzieren, ob die Tiere eines Landes vor allem dem Export dienen oder der Versorgung der Bevölkerung....

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Wo kommt MKS regelmäßig vor?

Es gibt einen regelrechten "Seuchengürtel", in dem MKS regelmäßig auftritt. Daß es normalerweise nicht zu einem Überspringen der Seuche auf Mitteleuropa kommt, ist "sicherlich auch auf den vorwiegend lokalen Charakter des Tierhandels auf dem Balkan zurückzuführen." (aus einem Bericht der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen) Eine Karte vom Seuchengürtel finden Sie hier

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Darf man - z.B. in den Campingurlaub über Ostern - Lebensmittel mitnehmen?

Grundlage unserer Antwort ist der Stand vom 20.3.01; es kann sich in wenigen Tagen viel ändern!:

Innerhalb der EU gibt es einen Binnenmarkt, d.h. eigentlich keine Beschränkungen. Solange in Deutschland keine Maul- und Klauenseuche auftritt / nachgewiesen wurde, können Sie innerhalb der EU Ihren Reiseproviant mitnehmen. Allerdings nicht von England und Frankreich nach Deutschland, denn in den beiden Ländern wurde MKS nachgewiesen.
Dänemark hat die Einfuhr von Lebensmitteln untersagt; es steht uns nicht zu, zu beurteilen, ob das rechtmäßig ist. Entscheidend ist: Sie sollten nicht versuchen, Lebensmittel nach Dänemark mitzunehmen.
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Sind Lamas u.ä. Tiere von MKS betroffen?

Ja. Lamas, Alpakas u.ä. kamelartige Tiere gelten als "empfängliche Tiere" (obwohl unseres Wissens zumindest in den letzten Jahrzehnten keine dieser Arten betroffen war). Sie unterliegen dem Transportverbot und würden - falls die Maul- und Klauenseuche nachgewiesen würde - auch getötet werden, sofern Sie im entsprechenden Radius um den Seuchenherd herum leben. Dies gilt auch für Zoologische Gärten - aus der Sicht des Artenschutzes eine echte Katastrophe.
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Warum eigentlich diese MKS-Panik?

Zu diesem Komplex haben wir eine eigene Seite gemacht, da wir erwarten, uns mit dieser Frage noch häufiger auseinandersetzen zu müssen. Klicken Sie bitte hier.
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Was ist mit unserem Osterurlaub?

Zu diesem Fragenkomplex gibt es hier eine eigene Seite
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Welche Maßnahmen gelten für Pferdehalter?

Wir können (und wollen) hier keine Aufstellung für die ganze Bundesrepublik geben, sondern beschränken uns auf die Vorschriften in NRW, dem Bundesland, das dem niederländischen Seuchenherd am nächsten liegt und unseres Wissens auch die weitestgehendsten Maßnahmen ergriffen hat:
Nach Mitteilung der Pressestelle des zuständigen NRW-Ministeriums vom 29.03.01 gilt dort folgendes:

  • Jeglicher Transport von landwirtschaftlichen Nutztieren (also auch von Pferden, nicht jedoch von sonstigen Haustieren wie Hund, Katze und Kanarienvogel) ist verboten.
  • Das bedeutet zweifelsfrei, daß auch Geländeausritte verboten sind, genauso wie Fahrten im privaten Transporter zum benachbarten Hof.
  • Für notwendige Transporte z.B. zum Tierarzt braucht man eine Ausnahme-Genehmigung, die vom jeweiligen Kreisveterinäramt in Absprache mit dem Ministerium erteilt werden kann.
  • Auch im Falle eines Ausbruchs der MKS werde es eine Tötung von Nicht-Klauentieren (also z.B. von Pferden) auch dann nicht geben, wenn das Tier in einem Sperrbezirk stehe (in dem also alle Klauentiere getötet würden.)

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Worin bestehen die wirtschaftlichen Schäden der MKS?

Die Maul- und Klauenseuche ist eine für den Menschen ungefährliche Krankheit. Trotzdem wird sie gefürchtet - wegen ihrer schnellen Verbreitung und den wirtschaftlichen Schäden, die sie verursacht. Diese Schäden bestehen in

  • Schäden, die durch die Seuche selbst verursacht werden: Ca. 3 - 4 % der erkrankten Tiere sterben. Alle Tiere zeigen einen starken Leistungsabfall, z.B. in der Milchproduktion.
  • Schäden durch die Behandlung der Tiere bzw. die Bekämpfung der Krankheit: Die (medizinisch mögliche) Impfung der Tiere kostet unseres Wissens nach ca. DM 150,- pro Tier. Die Tötung und Vernichtung der Tiere ist natürlich noch viel teurer. (Als sarkastischer "Trost" sei vermerkt: Nur der Verlust des Fleisches wirkt sich negativ auf die Zahlen einer Volkwirtschaft aus; der Akt des Tötens und die Beseitigung der Kadaver steigert (!) in der Statistik das sog. "Brutto-Sozialprodukt": Die Schlachthöfe und Tierkörper-Beseitigungsanstalten haben eine Menge zu tun!). Zu den Schäden durch die Bekämpfung der Krankheit müssen auch gerechnet werden: Transport-Verbote und ähnliche Behinderungen, Verbot von Vieh-Auktionen etc.
  • Einbußen beim Viehexport: Viele wichtige Abnehmerländer wie die USA, Kanada und Japan nehmen nur Tiere aus offiziell MSK-freien Ländern.
    Das ist auch einer der Gründe, warum sich Europa hartnäckig gegen jede Impfung wehrt: Impfung bedeutet ja, die Tiere mit abgeschwächten Erregern zu infizieren. Diese Tiere sind dann sozusagen an Maul- und Klauenseuche erkrankt, allerdings in einer schwachen Form. Die geimpften Tiere entwickeln Antikörper gegen das Virus und können dadurch einen "echten" Befall abwehren. Aber: Ein Land mit solchen Tieren wird nicht als MKS-frei eingestuft. Außerdem argumentieren die Abnehmerländer (nicht ganz zu Unrecht), daß bei einem geimpften Tier nicht mehr zu erkennen ist, ob es die Antikörper durch die Impfung oder durch "wilde" Viren (wir bitten die Tierärzte unter unseren Lesern, uns diesen Begriff nachzusehen, es wird so einfach deutlicher, worum es geht) entwickelt hat.

Aus all dem dürfte deutlich werden: Die Schäden sind wirklich enorm. Sie werden allerdings zum größten Teil verursacht durch die Bekämpfung, Eindämmung und eingeschränkten Vermarktungs-Möglichkeiten.
Wäre die Seuche nicht so ansteckend, könnte man sicherlich auch Leistungsabfall und Sterblichkeit "verkraften": Ein paar Dutzend oder Hundert tote Tiere, die Reduzierung der Milchproduktion auf 1/8 bis 1/4 würde vielleicht einen einzelnen Betrieb hart treffen, wäre aber kein Grund zur Panik. Ließe man aber die ungehinderte Ausbreitung der Seuche zu, wären zweifelsfrei bald alle Bestände in ganz Europa betroffen. Und dann hießen 3 - 4 % Mortalitätsrate: Mehrere Millionen tote Tiere, keine Milch und kein Käse und, und und....(s.a. Frage12 und Frage 13)

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Werden auch Zootiere getötet, falls die Seuche ausbricht?

Zur Situation der Zootiere haben wir eine Extra-Information zusammengestellt.

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