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Fragen
an "Tukan" im Zusammenhang mit der MKS Wir freuen uns nicht nur über Fragen, sondern auch über Beiträge und Hinweise zum Thema! Hier noch 'mal die e-mail-Adresse: tukan@netrex.de Wie ist es möglich, daß MKS über weite Strecken (durchaus 100 km) übertragen werden kann? Wie "offiziell ist diese Site, ist "Tukan" ein Regierungsprojekt? Was ist so gefährlich an der MKS? Welche Tiere sind durch MKS gefährdet, auch Hunde? Was muß man beachten, wenn man nach England oder Irland fliegen will? Werden Pferdetransporte bzw. Reitturniere verboten? Reicht das Waschen der Kleidung als Desinfektionsmaßnahme? Warum ist der Schnelltest nicht ausreichend für eine sichere Aussage? Kann MKS durch Vögel verbreitet werden? Warum ist MKS heute gefährlicher als früher? Könnte MKS der biologischen Kriegsführung dienen? Kann man gegen die Maul- und Klauenseuche nicht impfen? Sind die Massentötungen überhaupt wirtschaftlich vertretbar? Darf man - z.B. in den Campingurlaub über Ostern - Lebensmittel mitnehmen? Sind Lamas u.ä. Tiere von MKS betroffen? Warum eigentlich diese MKS-Panik? Was ist mit unserem Osterurlaub? Welche Maßnahmen gelten für Pferdehalter? Worin bestehen die wirtschaftlichen Schäden der MKS? Werden auch Zootiere getötet, falls die Seuche ausbricht?
Wie ist es möglich, daß MKS über weite Strecken (durchaus 100 km) übertragen werden kann? Das (oder "der Virus", beides ist richtig) Virus ist sehr widerstandsfähig. Es wird mit aufsteigenden Luftströmungen verwirbelt und kann bei nordwestlichen bzw. westlichen Winden ohne weiteres von England aufs Festland übertragen werden. Bei den bisher vorherrschenden (kalten) östlichen Winden werden die Erreger in den Atlantik, schlechterenfalls in die Republik Irland geblasen.* Damit
es allerdings zu einem Ausbruch der Seuche kommt, muß auch eine
bestimmte Menge an Viren zur Verfügung stehen. Die Schafe in Deutschland,
bei denen man Antikörper nachgewiesen hat, zeigen ja deutlich, daß
der Kontakt mit dem Erreger nicht zwingend zum Ausbruch der Krankheit
führt. *
Selbst weniger kleine Partikel, als es Viren sind, können in genügender
Höhe über unglaublich weite Strecken durch die Atmosphäre
getragen werden: Bekannt sind die Fälle von Sahara-Sand über
Süddeutschland und - bei anderen Windrichtungen - auf den kanarischen
Inseln. Vulkanasche wird ebenfalls regelmäßig weit verwirbelt;
geradezu legendär sind die Aschepartikel bei Ausbruch des Krakatau,
die mehrmals die ganze Erde umkreisten.
Wie "offiziell" ist diese Site; ist "Tukan" ein Regierungsprojekt? Nein,
dieses Projekt von Tukan-Webdesign ist eine völlig private
Initiative. Unser Vorschlag einer Zusammenarbeit ist bisher weder von
der Bundesregierung noch anderen (untergeordneten) Regierungsorganen beantwortet
worden. Wir gehen davon aus, daß man dort etwas länger braucht,
das zu entscheiden. Mehr über "Tukan"
Ist die Maul-und Klauenseuche gefährlich für den Menschen? Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Krankheit auf den Menschen übertragbar durch Kontakt oder durch den Genuss roher Milch. Erkrankungen sind sehr selten und wenn, dann nur mit örtlichen Rötungserscheinungen im Mund und an den Händen. Die Erhitzung des (möglicherweise) infizierten Fleisches auf ca. 90°C soll die Erreger schon nach 15 - 20 Sekunden abtöten. Die Gefahr besteht mehr im wirtschaftlichen Schaden, nämlich dem erheblichen Leistungsabfall der Tiere in Verbindung mit der schnellen Ausbreitung der Seuche. Würde man nicht radikal gegen die Krankheit vorgehen, wären möglicherweise bald alle Tiere betroffen. Dabei ist das Hauptproblem
der sog. "Tiertourismus" - ein Begriff, den wir eigentlich für
ziemlich zynisch halten, weil es für die Tiere sicherlich kein Spaß
ist, tagelang unter erbärmlichen Bedingungen durch Europa gefahren
zu werden. Kranke Tiere können somit in kürzester Zeit weit
vom eigentlichen Seuchenherd entfernte Tiere anstecken. Bei der heute
in der EU vorherrschenden industriellen Massentierhaltung sind die Schäden
also ungleich katastrophaler als bei einer regional ausgerichteten, etwas
artgerechteren Haltung. So kommt die MKS in vielen anderen Ländern
vor, ohne daß es dort zu einer derartigen Ausbreitung kommen kann,
wie in der EU.
Welche Tiere sind durch MKS gefährdet, auch Hunde? Die Maul- und Klauenseuche
ist eine hochansteckende Krankheit der sog. Klauentiere. Betroffen sind
also alle Paarhufer, zum Beispiel Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und
Wild ( nicht aber Pferde, sie sind keine Paarhufer). Das sehr widerstandfähge
Virus kann aber durch andere Lebewesen - auch den Menschen, Hunde und
Vögel - auf Klauentiere übertragen werden. Kaltes und feuchtes Wetter
begünstigt übrigens die Verbreitung der Viren.
Was muß man beachten, wenn man nach England oder Irland fliegen will? Eigentlich nichts
besonderes. Sie dürfen auf dem Heimflug wahrscheinlich keinerlei
Lebensmittel mitbringen und müssen - wer weiß, wie sich
die Seuche entwickelt - mit Desinfektions-Maßnahmen rechnen. Eine
Gefahr für Leib und Leben der Menschen besteht nicht. (siehe
Frage 3). Im übrigen verweisen wir auf das Infoblatt
der Bundesregierung.
Werden Pferdetransporte bzw. Reitturniere verboten? Es ist z.Zt. (12.3.01)
nicht geplant, Pferdetransporte zu verbieten. Auch sonstige Einschränkungen
sind für Pferdefreunde nach dem jetzigen Stand nicht zu erwarten.
Auszuschließen sind aber selbst derart weitgehende Verkehrseinschränkungen
nicht; selbst die Sperrung ganzer Landstriche inkl. Autobahnen etc. ist
vorstellbar.
Reicht das Waschen der Kleidung als Desinfektionsmaßnahme? Jein. Die normalen
Wasch-Temperaturen für Oberbekleidung tun den Viren nichts an. Temperaturen
von 60°C reichen nicht sicher für eine Desinfektion, erst
bei 72°C dürfte eine ausreichende Abtötung der Viren
gewährleistet sein.
Warum ist der Schnelltest nicht ausreichend für eine sichere Aussage? Beim "ELISE"-Schnelltest
wird festgestellt, ob das betroffene Tier Antikörper bzw. Antigene
gebildet hat. Das würde bedeuten, daß der Körper sich
mit der Krankheit auseinandergesetzt hat, das Tier z.B. unerkannt erkrankt
und wieder genesen war. Eine sichere Aussage läßt sich also erst machen, wenn die Kultivierung / Anzucht der möglicherweise vorhandenen Viren im Labortest das aktuelle Vorhandensein der Viren bestätigt. Der ELISE-Test ist
kein spezieller MKS-Test, man kann die englische Abkürzung frei übersetzen
mit "Enzymgekoppelter Immuntest" (Enzyme Linked
Immunous Sorbent Essay), das Verfahren dient auch
sonst dem Nachweis von Antikörpern bzw. Antigenen.
Kann MKS durch Vögel verbreitet werden? Ja. Die Gefahr, daß
die Maul- und Klauenseuche durch den derzeitigen Vogelzug aus Frankreich
hier nach Deutschland getragen wird, halten wir aber für eher gering,
obwohl vorhanden: Der Vogelzug ist keine Erscheinung vom März 2001.
MKS tritt in Afrika und auch in der Türkei regelmäßig
auf und regelmäßig kommen Zugvögel von dort her. Trotzdem
gab es seit Ende der 80er Jahre keinen (bekanntgewordenen) MKS - Fall
mehr in Deutschland. Die Vorsichtsmaßnahmen sind also durchaus angebracht,
denn jeder Liter rohe (!) Milch, jedes Stück rohes (!) Fleisch, jeder
ungekochte Autoreifen (soll heißen: alles, was nicht erhitzt
wurde) und natürlich auch jeder Vogel kann Virusträger
sein. Vorsicht ist also gut, Hysterie bringt nichts.
Warum ist MKS heute gefährlicher als früher? Hier müssen zunächst zwei verschiedene Aspekte hinterfragt werden:
Könnte MKS der biologischen Kriegsführung dienen? Ja, aber das ist ein Thema, bei dem wir merken, daß ganz schön "gemauert" wird und auch die Literaturlage ist wohl etwas "dünn". Immerhin sind biologische Waffen seit dem Ende des Vietnam-Kriegs nicht mehr sonderlich "in". Einiges wird aber schon deutlich:
Kann man gegen die Maul- und Klauenseuche nicht impfen? Doch, diese Frage
wird z.Zt. gerade wieder stärker diskutiert. Es spricht aber einiges
dagegen: Fakt ist, daß die EU die Impfungen vor etwa 10 Jahren verboten
hat. Der Grund ist (natürlich!?) wirtschaftlicher Natur: In vielen
Ländern ist die Einfuhr von Tieren, die gegen MKS geimpft sind, verboten.
Die EU würde also wichtige Absatzmärkte verlieren.
Sind die Massentötungen überhaupt wirtschaftlich vertretbar? Diese Frage trauen wir uns nicht seriös zu beantworten. Aber einige Fakten können wir nennen:
Wo kommt MKS regelmäßig vor? Es gibt einen regelrechten "Seuchengürtel", in dem MKS regelmäßig auftritt. Daß es normalerweise nicht zu einem Überspringen der Seuche auf Mitteleuropa kommt, ist "sicherlich auch auf den vorwiegend lokalen Charakter des Tierhandels auf dem Balkan zurückzuführen." (aus einem Bericht der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen) Eine Karte vom Seuchengürtel finden Sie hier
Darf man - z.B. in den Campingurlaub über Ostern - Lebensmittel mitnehmen? Grundlage unserer Antwort ist der Stand vom 20.3.01; es kann sich in wenigen Tagen viel ändern!: Innerhalb der EU gibt
es einen Binnenmarkt, d.h. eigentlich keine Beschränkungen.
Solange in Deutschland keine Maul- und Klauenseuche auftritt / nachgewiesen
wurde, können Sie innerhalb der EU Ihren Reiseproviant mitnehmen.
Allerdings nicht von England und Frankreich nach Deutschland, denn
in den beiden Ländern wurde MKS nachgewiesen.
Sind Lamas u.ä. Tiere von MKS betroffen? Ja. Lamas, Alpakas
u.ä. kamelartige Tiere gelten als "empfängliche Tiere"
(obwohl unseres Wissens zumindest in den letzten Jahrzehnten keine dieser
Arten betroffen war). Sie unterliegen dem Transportverbot
und würden - falls die Maul- und Klauenseuche nachgewiesen würde
- auch getötet werden, sofern Sie im entsprechenden Radius um den
Seuchenherd herum leben. Dies gilt auch für Zoologische Gärten
- aus der Sicht des Artenschutzes eine echte Katastrophe.
Warum eigentlich diese MKS-Panik? Zu diesem Komplex
haben wir eine eigene Seite gemacht,
da wir erwarten, uns mit dieser Frage noch häufiger auseinandersetzen
zu müssen. Klicken Sie bitte hier.
Was ist mit unserem Osterurlaub? Zu diesem Fragenkomplex
gibt es hier eine eigene Seite
Welche Maßnahmen gelten für Pferdehalter? Wir können (und
wollen) hier keine Aufstellung für die ganze Bundesrepublik geben,
sondern beschränken uns auf die Vorschriften in NRW, dem Bundesland,
das dem niederländischen Seuchenherd am nächsten liegt und unseres
Wissens auch die weitestgehendsten Maßnahmen ergriffen hat:
Worin bestehen die wirtschaftlichen Schäden der MKS? Die Maul- und Klauenseuche ist eine für den Menschen ungefährliche Krankheit. Trotzdem wird sie gefürchtet - wegen ihrer schnellen Verbreitung und den wirtschaftlichen Schäden, die sie verursacht. Diese Schäden bestehen in
Aus all dem dürfte
deutlich werden: Die Schäden sind wirklich enorm. Sie werden
allerdings zum größten Teil verursacht durch die Bekämpfung,
Eindämmung und eingeschränkten Vermarktungs-Möglichkeiten.
Werden auch Zootiere getötet, falls die Seuche ausbricht? Zur Situation der Zootiere haben wir eine Extra-Information zusammengestellt. |