|
Maßnahmen
zur Verhinderung des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche:
(nach einer Information der Bundesregierung)
Fachleute aus Bund
und Ländern haben über den aktuellen Stand der Maul- und Klauenseuche
in Großbritannien sowie weitere Schutzmaßnahmen gegen ein Übergreifen
der Seuche auf Deutschland beraten. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate
Künast hatte zu dieser Krisenstabssitzung am 26. Februar 2001 einberufen.
Sie warnte vor dem Einschleppen der Krankheit über verseuchte Fleisch-
und Speiseabfälle und forderte die Bundesländer auf, vorsorglich Maßnahmen
für den Fall eines Ausbruchs der Seuche in Deutschland zu erarbeiten.
In mehrere Bundesländer waren Tiere aus Großbritannien importiert worden.
Bei Untersuchungen und Quarantäne-Maßnahmen wurde bislang kein Fall
der hochinfektiösen Seuche festgestellt. Für mehrere hundert deutsche
Betriebe wurden besondere Schutzmaßnahmen verhängt.
Der Bundesverband praktischer Tierärzte hatte vor einem drohenden «Super-GAU»
durch die Maul- und Klauenseuche gewarnt. Nach Angaben der Bundesforschungsanstalt
für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen liegt der jüngste Ausbruch
der Maul- und Klauenseuche in Deutschland zwölf Jahre zurück. Während
sich vom asiatischen Teil der Türkei über den Mittleren Osten und große
Teile Afrikas, Indien und Ostasien bis nach Südamerika ein regelrechter
Seuchengürtel um die Erde ziehe, sei die Lage in Westeuropa insgesamt
entspannt. Die Maul- und Klauenseuche bedeute jedoch eine ständige Bedrohung,
warnten die Tierseuchen-Experten.
Die EU-Kommission in Brüssel hatte am 21. Februar 2001 nach Bekanntwerden
der Krankheitsfälle in Großbritannien als Schutzmaßnahme ein umfassendes
Ausfuhrverbot beschlossen. So wurde der Export von lebenden Tieren,
Frischfleisch und Fleischprodukten sowie Milch und Milchprodukten und
von weiteren tierischen Erzeugnissen in andere Staaten der Europäischen
Union mit sofortiger Wirkung vorerst bis zum 1. März 2001 untersagt. Über
eine - sehr wahrscheinliche - Verlängerung des Embargos berät am 27. Februar
2001 der Ständige EU-Veterinärausschusses. In der Krisensitzung haben
sich Bund und Länder auf ein Sechs-Punkte-Programm zum Schutz vor der
Maul- und Klauenseuche verständigt.
Das Konzept sieht
vor:
- 1.Weitere Kontrolle
und Beobachtung aller Tiere, die in den vergangenen vier Wochen
aus Großbritannien eingeführt wurden.
- 2.Außerdem werden
die möglichen Transportwege von Tieren und Fleischprodukten auch
über Drittländer aus den vergangenen acht Wochen rekonstruiert. Tiere
aus befallenen britischen Beständen werden vorsorglich getötet, wie
das in Nordrhein-Westfalen schon geschehen ist.
- 3.Die Bundesforschungsanstalt
für Viruserkrankungen der Tiere führt umfangreiche Stichproben
unter Schafen auf Maul- und Klauenseuche durch.
- 4.Ab Mittwoch,
dem 28. Februar werden bundesweit alle Viehmärkte und Sammelstellen
für sieben Tage geschlossen. Außerdem werden Tiertransporte
stärker kontrolliert. Bei Vorliegen eines Verdachts können Tiertransporte
auch verboten werden.
- 5.Für den Fall
eines Ausbruchs der Seuche wurde ein Notimpfprogramm vorbereitet.
Bis zur Tötung der betroffenen Bestände soll damit ein weiteres Ausbreiten
der Krankheit vermieden werden.
- 6.Weil vermutet
wird, dass die Seuche in Großbritannien ihren Ursprung durch die Verfütterung
von Speiseresten genommen hat, soll es auch in Deutschland verstärkte
Kontrollen gegen diesen möglichen Infektionsherd geben. Die schleswig-holsteinische
Landesregierung will sich dafür einsetzen, dass EU-weit keine Speisereste
mehr an Tiere verfüttert werden dürfen.
Nach Informationen
des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
besteht gegenwärtig kein Anhaltspunkt für den Ausbruch der Seuche in
Deutschland. Alle eingeleiteten Maßnahmen dienen dem vorbeugenden
Schutz.
Die bisherigen mutmaßlichen Verdachtsfälle haben sich bisher als nicht
zutreffend erwiesen. Die Bundesregierung wird die vorbeugenden Maßnahmen
weiterführen um einen Ausbruch der Seuche nach Möglichkeit zu verhindern.
Eine Übertragung der Erkrankung auf den Menschen ist möglich. Ein
Ausbruch der Erkrankung sowie Komplikationen sind jedoch selten.
Anzeichen für eine Erkrankung können Bläschen an Haut und Schleimhaut
sowie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sein.
Startseite
Was ist eigentlich die Maul- und Klauenseuche (MKS)
Bundesregierung
verschärft Maßnahmen gegen MKS
nach
oben
|