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Warum eigentlich
diese MKS-Panik?
Wenn Menschen durch
die Maul- und Klauenseuche nicht geschädigt werden: Warum ergreift
man denn so weitreichende Maßnahmen gegen die Seuche?
Das ist der Tenor etlicher Zuschriften. Immerhin werden solche umfassenden
Maßnahmen ja auch nicht ergriffen, wenn es um Grippe-Epidemien
geht, die auch durch Viren verbreitet werden, und: Grippe ist selbst heute
noch eine Krankheit mit einer beachtlichen Zahl von Todesfällen
bei Menschen.
Bei der Maul- und
Klauenseuche geht es fast ausschließlich um wirtschaftliche
Schäden (nur fast, weil der Verlust von wertvollen Zuchttieren
vor allem bei Wildtierarten in den Zoologischen Gärten nicht wiedergutzumachende
Rückschläge bei der Arterhaltung bedeuten kann).
Es kommt noch dicker:
- Nach Aussage von
Virologen wird der größte Teil dieses Verlustes wiederum
verursacht --- durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der MKS.
Also durch Massentötungen, Kontroll-Maßnahmen, Transporteinschränkungen
und Exportverbote. Mit anderten Worten: Hohe wirtschaftliche Verluste
durch MKS erfordern Maßnahmen gegen MKS, die erst zu diesen wirtschaftlichen
Verlusten führen! In Abwandlung einer bekannten Computer-Volksweisheit
kann man also sagen: Mit den Maßnahmen gegen MKS löst man
Probleme, die man ohne die Maßnahmen gegen MKS nicht hätte!
Die direkten
Schäden durch die Maul- und Klauenseuche sind natürlich auch
nicht gering, aber: Sie wären durch Behandlung und vorbeugende Maßnahmen
zu begrenzen. Trotzdem einige Fakten zum direkten wirtschaftlichen
Schaden:
- Etwas jedes 25.
von MKS befallene Tier würde sterben. Nicht gerade wenig,
wenn alle Tiere betroffen wären.
- Die Milchleistung
würde auf ca. 1/8 bis 1/4 zurückgehen (Der Abfall der Milchleistung
gilt deshalb auch als ein "Frühwarnsystem" für MKS,
aber natürlich auch für andere Krankheiten).
- Vorbeugende Impfungen
sind teuer - wir wissen allerdings nicht, ab sie so teuer sein müssen,
sicher wird da auch ganz gut dran verdient...
Auch Impfungen sind
aber aus "wirtschaftlichen Erwägungen" nicht erwünscht:
Viele (bisher) MKS-freie Länder wie Kanada, die USA und Japan lassen
keine geimpften Tiere ins Land, weil dann nicht mehr zu erkennen ist,
ob ein MKS-Befall vorliegt / vorlag oder ob die Anti-Gene der Tiere von
der Impfung herrühren. Die Schweine und Rinder aus Europa wären
also nicht mehr absetzbar. Aber: Jetzt geht gar nichts mehr; auch gesunde
Tiere können nicht mehr abgesetzt werden.
Wir sehen die Lösung
nur in einer neuen Landwirtschaftspolitik: Nicht Tierproduktion
auf "Teufel komm raus", sondern eine regionale Tierhaltung,
die die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen
Erzeugnissen sicherstellt.
Gesamtwirtschaftlich gesehen, wäre eine solche "weniger produktive"
Landwirtschaft nicht teurer, als Tierproduktion "für die Tonne":
Egal, ob die Fleischpreise steigen oder gestützt werden durch Zahlungen
des Staates an die Landwirte: Die Folgen trägt in jedem Fall der
Verbraucher. Das muß nicht sein! Eine stärker regional
ausgerichtete Landwirtschaft ist im Gesamtmaßstab sogar billiger:
Es verschlingt gewaltige Transportkosten, wenn jedes Paket Butter erst
500 km weit gefahren wird, bis es den Verbraucher erreicht. Das ist aber
die Situation: In Mecklenburg essen Sie Butter aus dem Weser-Ems-Gebiet,
und im Weser-Ems-Gebiet --- Butter aus Mecklenburg! Straßenbau und
-reparatur, volkswirtschaftliche Schäden, aber auch Schäden
für Freizeit und Gesundheit der Menschen durch Staus, unnötig
viele Verkehrstote... letztlich vermeidbare Folgen einer verfehlten Wirtschaftspolitik.
Es erstaunt natürlich,
daß offenbar sämtliche Regierungen nichts gelernt haben
aus dem letzten Auftreten von MKS, das ja erst gut 10 Jahre zurückliegt:
Sicherlich hat man heute bessere Einsatzpläne in der Schublade, noch
besser wäre es aber vielleicht, den Brunnen abzudecken, in den so
viele Kinder fallen...
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