|
Was
ist die Maul- und Klauenseuche?
(nach einer
Information der Bundesregierung und eigenen Recherchen)
letzte Veränderung dieser Seite am:
Donnerstag, 29.03.2001 11:28
Krankheitssymptome:
Die Maul- und Klauenseuche ist eine schnell verlaufende, fieberhafte und
sehr leicht übertragbare Viruserkrankung der Klauentiere (Rind,
Schaf, Ziege, Büffel, Wildwiederkäuer und Schwein). Sie führt zur Bildung
von Bläschen und Erosionen an Schleimhäuten und unbehaarten Teilen der
Haut, insbesondere im Bereich des Mauls und der Klauen. Die Krankheit
verläuft bei erwachsenen Tieren meist nicht tödlich, führt aber bei Rindern
zu einem lang anhaltenden Leistungsabfall. Bei Jungtieren können hohe
Verluste durch Schädigung des Herzmuskels auftreten.
Beim Rind ist Fieber das erste Krankheitszeichen (Inkubationszeit
2 - 7 Tage). Als weiteres Frühsymptom kann auch die Milchleistung
abfallen. Die Tiere speicheln, die Maulschleimhaut ist gerötet und die
Futteraufnahme geht zurück. Dann treten auf der Maulschleimhaut und den
Klauen, unter Umständen auch am Euter, Bläschen auf, die nach dem Platzen
rasch abheilen.
Beim Schaf fallen nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen
vorwiegend Lahmheiten auf. Meist sind die Krankheitszeichen beim Schaf
schwächer ausgeprägt als beim Rind oder fehlen ganz.
Beim Schwein treten nach einer Inkubationszeit von meist 1 bis
3 Tagen Bläschen an den Sohlenballen, im Klauenspalt und am Kronsaum,
teilweise auch an der Rüsselscheibe auf. Häufig sind die Bläschen zum
Zeitpunkt der Untersuchung nur noch als Schorf erkennbar. Die Tiere zeigen
einen "klammen Gang" oder bewegen sich bei starken Schmerzen nur noch
rutschend fort. Für meist 3 bis 4 Tage tritt Fieber zwischen 40-41 °C
auf.
Verbreitung:
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) gehört wegen ihrer potenziell katastrophalen
Auswirkungen auch heute noch zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Tierseuchen.
Der letzte Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Deutschland liegt mehr
als 12 Jahre zurück.
Doch in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas ist sie nach wie
vor heimisch. Auch die südlichen Länder Europas werden, ausgehend von
der Türkei, ständig bedroht. Ausbrüche in Taiwan, Südkorea und Japan zeigen,
dass die Seuche jederzeit auch in Länder eingeschleppt werden kann, die
seit Jahrzehnten als krankheitsfrei galten.
Die große Zahl potenzieller Kontaktbetriebe bei der heutigen Struktur
der Landwirtschaft und der intensive und weiträumige Tierhandel in der
EU erhöhen das Risiko einer explosiven Ausbreitung der Seuche.
Infizierte Wiederkäuer, sogar wenn sie dank einer Impfung niemals klinische
Symptome gezeigt haben, können über Monate bis Jahre Virusträger
sein
Das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland wurde in der Vergangenheit
immer wieder von mehr oder weniger intensiven MKS-Seuchenzügen heimgesucht.
Verbesserte Bekämpfungsmaßnahmen führten zusammen mit der jährlichen vorbeugenden
Impfung aller Rinderbestände Mitte der 60er Jahre zu einem starken Rückgang
der Ausbruchszahlen. Die letzten Seuchenausbrüche traten in den heutigen
neuen Bundesländern 1982 und in den alten Bundesländern 1988 auf.
Bekämpfung:
Die wichtigsten Bekämpfungsstrategien in Ländern mit fortgeschrittener
Landwirtschaft sind die Tötung befallener sowie möglicherweise
schon infizierter Bestände und die Verhängung umfangreicher Sperrmaßnahmen,
mit denen der Handel mit Klauentieren und deren Produkten unterbunden
wird. Diese drastischen Maßnahmen sind aus verschiedenen Gründen erforderlich:
Infizierte Tiere, insbesondere Schweine, scheiden schon vor Auftreten
deutlicher Symptome große Mengen Viren aus, während andererseits schon
geringe Virusdosen zur Ansteckung eines Tieres ausreichen. Symptomlos
infizierte Tiere können die Seuche daher weitertragen.
Auch eine Verschleppung mit Personen, Fahrzeugen, Produkten und sogar
dem Wind ist leicht möglich. Die Bekämpfung der MKS wird dadurch erschwert,
dass sich das Virus ständig wandelt und neue Stämme ausbildet,
was zur Entwicklung neuer Impfstoffe zwingt.
Die Viren sind in
eingetrocknetem Zustand bei trockener Luft, kühler Temperatur und Dunkelheit
relativ lange ansteckungsfähig. Frost konserviert das Virus, z. B. bei
- 20° C über mehrere Jahre. Das Virus ist sehr empfindlich gegenüber
pH-Wert-Änderungen in den sauren Bereich. Formaldehyd wirkt auf das MKS-Virus
schnell und sicher inaktivierend. Für eine MKS-Infektion sind alle Klauentiere
empfänglich (auch Wildtierarten), das Rind steht dabei an erster Stelle.
(Mehr zur Überlebensdauer
von MKS-Viren).
1991 wurde die Impfung in der Europäischen Union eingestellt. Sie hatte
ihre Aufgabe, die in Europa auftretenden MKS-Stämme zu tilgen, erfüllt
und hätte gegen sogenannte "exotische" MKS-Stämme kaum Schutz geboten.
Statt dessen bauten die EU wie auch verschiedene Mitgliedsländer für den
Notfall internationale oder nationale Impfbanken auf. Diese enthalten
tiefgefrorene Antigene verschiedener MKS-Stämme, aus denen im Falle der
Seucheneinschleppung binnen Tagen für Wiederkäuer und Schweine geeignete
Impfstoffe formuliert werden können.
Übertragbarkeit
auf den Menschen:
Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Krankheit auf den Menschen übertragbar
durch Kontakt oder durch den Genuss roher Milch. Erkrankungen sind sehr
selten und wenn, dann nur mit örtlichen Rötungserscheinungen im Mund und
an den Händen.
Startseite
Bundesregierung
verschärft Maßnahmen gegen MKS
Der
nationale Krisenplan der Regierung
|