Zur Situation der Zootiere

Das Impfen gegen Maul- und Klauenseuche ist in der EU verboten. Darüber hinaus müssen alle Tiere eines betroffenen Bestandes - auch der Zoos (!) - getötet werden. Dies würde unvorstellbare Verluste für die Arterhaltung bedeuten, leben doch in deutschen Zoos viele Paarhufer, die vom Aussterben bedroht sind. Teilweise werden sie nur noch durch die "Arche-Noah-Funktion" der Zoos erhalten: Nashörner, Okapis, seltene Antilopen und viele Arten, deren Seltenheit den meisten Zoobesuchern vielleicht gar nicht bewußt ist, die oft auch wenig "spektakulär" sind, deren Rettung aber trotzdem ein moralisches Anliegen der Menschheit sein muß.

Diese Rechtslage wird sich möglicherweise, hoffentlich und wahrscheinlich noch in dieser Woche ändern. Der zuständigen EU-Kommission scheinen folgende Argumente der zoologischen Gärten einzuleuchten:

  • Zoos befinden sich in einer „Inselsituation": Ihre Tierbestände sind nicht in Kontakt mit den Tierbeständen der landwirtschaftlichen Industrie und von Bauern.
  • Zoos produzieren keine Tiere für den menschlichen Fleischbedarf.
  • Der Zoo hat Aufgaben in Artenschutz, Naturschutz, der Bildung und im Freizeitbereich.
  • Zoos verfügen über eine Vielzahl von hochbedrohten Arten, die nur durch das hervorragende Zuchtmanagement der Zoos überlebten.

Die Zoos schlugen deshalb folgendes Vorgehen vor:

  • Eine Impfung dann, wenn es notwendig sein sollte unter Verzicht auf die Keulung (Tötung) des Bestands, wie es nach bisheriger Gesetzeslage zwingend erforderlich wäre.

Angeblich soll diese (Ausnahme-) Regelung noch diese Woche durch den Rat in Brüssel bestätigt werden.
Dass würde bedeuten, dass im Falle eines Auftretens von MKS die Tiere im Zoo geimpft würden und damit nicht mehr erkranken können. Natürlich bedeutet dies auch, dass die geimpften Tiere den Zoo nicht mehr verlassen können, auch nicht bei Zuchtprojekten. Das stellt natürlich ein erhebliches Hindernis bei der planmäßigen "Heiratsvermittlung" bedrohter Arten dar. Aber die nachgezüchteten Jungtiere sind dann wieder frei austauschbar.

Entscheidend für den Durchbruch ist die Einschätzung, dass „nach Ansicht der EU-Experten Zootiere unter bestimmten Vorsichtsmaßregeln geimpft werden (können), ohne dass dies den Seuchenstatus des Landes gefährde".

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